Lexikon · Standards und Schnittstellen
Was ist ISiK?
ISiK steht für „Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern": ein von der gematik entwickelter, FHIR-basierter Standard für verbindliche Schnittstellen – verpflichtend im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes und der Andockpunkt, über den ein Klinikinfosystem ansetzt.
ISiK steht für „Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern". Es handelt sich um einen von der gematik entwickelten Interoperabilitätsstandard, der auf dem Standard FHIR aufsetzt. ISiK legt fest, welche medizinischen Daten ein Krankenhausinformationssystem (KIS) über verbindliche, einheitlich definierte Schnittstellen bereitstellen muss.
Zitierfähige Definition
ISiK (Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern) ist ein von der gematik verantworteter, FHIR-basierter Interoperabilitätsstandard, der verbindliche Schnittstellen für den Austausch definierter Krankenhausdaten festlegt. Ziel ist es, dass Systeme verschiedener Hersteller nach einheitlichen Regeln kommunizieren, statt über proprietäre Einzelanbindungen. Die Umsetzung ist im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes verpflichtend.
Der Standard wird in aufeinander aufbauenden Stufen ausgerollt. Frühe Module betreffen Basisdaten wie Patienten- und Falldaten; weitere Module ergänzen unter anderem Termine, Medikation und Dokumentenaustausch. Maßgeblich ist jeweils die aktuelle, von der gematik veröffentlichte Spezifikation.1
ISiK ist kein freiwilliger Zusatz. Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) und die daran anschließenden Regelungen verpflichten Krankenhäuser und ihre KIS-Hersteller, die ISiK-Schnittstellen umzusetzen. Damit wird die offene, standardisierte Schnittstelle zur regulatorischen Vorgabe – ein bewusster Bruch mit der früheren Situation, in der Datenaustausch oft nur über herstellerspezifische Anbindungen möglich war.
Für ein dezentrales Klinikinfosystem ist ISiK der entscheidende Andockpunkt. Weil das führende KIS seine Daten künftig über eine standardisierte, verpflichtende FHIR-Schnittstelle bereitstellt, kann die stationsnahe Ergänzungsschicht darauf zugreifen, ohne für jedes Haus eine eigene, proprietäre Anbindung zu bauen.
Ein Klinikinfosystem nutzt diese Schnittstelle, um eine lokale, schreibgeschützte Projektion der laufenden Fälle einer Station aufzubauen und neue Einträge kontrolliert über ein idempotentes Sync-Gateway zurückzuspielen. Das KIS bleibt dabei das führende System; das Klinikinfosystem ist eine Ergänzungsschicht, kein KIS-Ersatz. Der technische Aufbau ist auf der Seite Architektur dezentraler Klinikinfosysteme beschrieben.
ISiK ist ein Interoperabilitätsstandard, kein Produkt. Ein Klinikinfosystem dockt über ISiK an das führende KIS an und ersetzt es nicht.
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1 ISiK wird von der gematik in aufeinander aufbauenden Stufen spezifiziert. Umfang und Fristen richten sich nach der jeweils gültigen Fassung; die hier gegebene Darstellung ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine Prüfung der aktuellen gematik-Vorgaben.